Sie will mehr

Sie will mehr. Nur Fakt ist: Sie kriegt es nicht.

Sie will es nicht für die, sondern für sich. An und für sich ist das nichts Besonderes. An und für sich halten wir uns alle über Wasser mit der Spiegelung in den anderen. Spürt Sie sich in der Reflexion der anderen, will sich füllen.

Und wenn Sie nun sich aufbaut, sich in die Mitte setzt, was von sich zeigt, wie gut Sie die Balance halten kann zum Beispiel und gerne auch beim Umziehen das Stadium, in dem Sie im BH ganz schutzlos steht, hinauszögert, und auf Blicke hofft, die Ihr schmeicheln auf der Haut, die Sie streicheln, und Sie interessante Fragen stellt und nicht an sich hält, mit den Dingen, die Sie weiß, weichen die anderen vor ihr trotzdem nur zurück.

Sie ist zum Aas geworden, das noch Fell hat und kaum mehr Gesicht, auf der Front. Nur von hinten und der Seite sieht man: Es ist ausgelaufen, ausgehöhlt, eine Wunde und fast leer. Und auf das Aas, da picken alle ein. Die Netten und die Freunde und Bekannten tun es, und die Unbekannten, frisch Kennengelernten tun es auch.

Vielleicht würde eines helfen: Sie würde sich klar darüber, wer Sie ist, warum Sie für sich und wofür Sie vor sich wertvoll ist und baute um dies ein goldenes Kästelein, aus dem Sie nur nach wirklicher Prüfung, ob der Mensch ihr gegenüber es wert sei, etwas daraus preisgäbe. Wohl dosiert. Und indem Sie einen Teil von sich als Geheimnis deklarierte, das Sie vielleicht niemals herzugeben in Erwägung zöge.

Dann könnte Sie schwerer werden, als ein Glanzbildchen. Sie bekäme Gewicht und zurück ein Gesicht, an dem man vielleicht hängenbliebe.

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Kommentare: 2
  • #1

    FrauJu (Donnerstag, 04 Oktober 2018 01:48)

    Ohje, da hält aber jemand nicht viel von einem verzeihend-verständnisvollen Umgang mit den Schwächen seines Gegenübers. Ich kann das Salz in den Wunden spüren, das dieser Text noch tiefer in das Aas hineinreibt.
    Und wer war noch nie dieses Aas?
    Ich jedenfalls fühle mich ein klein wenig ertappt.

  • #2

    Isabell Brenner (Freitag, 05 Oktober 2018 14:28)

    Vielen Dank für den ehrlichen Kommentar. Dass es am Anfang wehtut können wir spüren, ja, und nicht immer ändern, aber, das sagt ja noch nicht, dass nicht am Ende etwas anderes stehen kann...